Achtsamkeit als Prävention

Schwerpunkt dieser Website ist die Verknüpfung des Themas Burnout mit Achtsamkeit insbesondere zur Prävention von Stressfolgen etwa von Burnout.

Achtsamkeit ist ein jahrtausendealter, bewährter Weg, der in den 1970er Jahren für die westliche Medizin und Psychotherapie wiederentdeckt wurde. Das bekannteste Programm ist die „Mindfulness-based Stress Reduction“ (MBSR) nach Kabat-Zinn. Die Website achtsamleben.at gibt einen umfassenden Überblick über die modernen Anwendungen von Achtsamkeit und deren Auswirkungen.

Wie Achtsamkeit zur Prävention von Burnout beitragen kann

  • Achtsamkeitsschulung kann über eine bewusste Wahl des Aufmerksamkeitsfokus dabei helfen, schneller abzuschalten bzw. effizienter umzuschalten auf das, was im Augenblick wichtig ist.
  • In diesem Sinner ermöglicht sie, sich kontinuierlicher daran zu erinnern, was man wichtig nehmen will (Intention, Werte).
  • Achtsamkeitsschulung führt über die Kultivierung eines „inneren Beobachters“ zur Disidentifikation zu mehr Gleichmut und Akzeptanz.
  • Achtsamkeit hilft uns, immer feinere Signale unseres Körpers immer früher wahrzunehmen und damit unsere Bedürfnisse und Grenzen besser wahrzunehmen.
  • Achtsamkeit hilft uns innezuhalten, aus unangemessenen Denk- und Verhaltensweisen auszusteigen.
  • Achtsamkeit bringt Bewusstheit in unser Leben, Gegenwärtigkeit und Sinn und damit Lebensqualität.

Achtsamkeit ist in Vielem gleichsam ein Gegenmittel zu Burnout – etwa darin, nicht zu verleugnen, wegzuschauen oder ständig auf der Flucht zu sein, sondern innezuhalten und auf wohlwollende Weise hinzuschauen, was ist, und somit mehr „Klarblick“ zu gewinnen. Dies ist die Voraussetzung für alle weiteren Schritte.

Formen der Prävention

Der Begriff Prävention bedeutet in der Medizin dreierlei:

  • Primärprävention nennt man Maßnahmen, die verhindern, dass eine Erkrankung überhaupt auftritt.
  • Sekundärprävention ist gleichbedeutend mit Früherkennung. Diese verbessert die Behandelbarkeit und damit die Prognose.
  • Tertiärprävention verhindert des Wiederauftretens einer Krankheit.

In Zusammenhang mit Burnout sind alle drei Formen der Prävention von Bedeutung bzw. überschneiden sich.

Auf den folgenden Seiten wird im Speziellen eingegangen auf

Man kann Burnout grundsätzlich auf zwei Wegen vorbeugen und behandeln: Man kann Belastungen und Risikofaktoren minimieren und Tendenzen in Richtung Burnout möglichst frühzeitig stoppen. Man kann seinen Blick aber auch auf die gesunden Gegensätze von Burnout richten und sich immer wieder daran erinnern, diese anzusteuern. Einer dieser Gegenpole wäre Engagement, ein anderer Flow-Erleben, bei dem alles leicht und wie von selbst fließt. Selbstsorge und Selbstmitgefühl wären die Gegensätze zu Vernachlässigung und einem lieblosen Umgang mit sich selbst. Balance würde ein verlorenes Gleichgewicht wieder herstellen.

Die Gegensätze zu den drei Komponenten von Burnout sind eindeutig. Statt erschöpft wäre man kräftig und voller Energie, statt zynisch distanziert zu sein, ließe man sich respektvoll und wohlwollend auf Beziehungen ein, statt an der eigenen Leistungsfähigkeit und Effektivität zu zweifeln, würde man auf die Wirksamkeit des eigenen Tuns vertrauen.

Christina Maslach bezeichnete die Abwesenheit von Burnout als Engagement. Niederländische Arbeitsgruppen entwickelten das Konstrukt zu Work Engagement weiter. Dies bedeutet für sie mehr als die Abwesenheit von Burnout. Sie verstehen darunter einen positiven, erfüllenden, arbeitsbezogenen Zustand, der durch Vitalität, Hingabe und Absorbiertheit charakterisiert ist. Vitalität zeigt sich als ein hoher Grad an Energie und Widerstandskraft, als morgendliche Freude auf die Arbeit und als Durchhaltevermögen, auch wenn die Dinge einmal nicht so gut laufen. Hingabe definieren die Autoren als Gefühl von Sinnhaftigkeit, Enthusiasmus, Inspiration, Stolz und Herausforderung. Absorbiertheit ist gekennzeichnet durch eine völlige Konzentration auf die Arbeit, ein Vertieftsein in die Arbeit, wobei die Zeit schnell vergeht und man Schwierigkeiten hat, sich von ihr zu lösen. Sie kommt dem nahe, was man unter Flow versteht.“

aus: Harrer (2013) Burnout und Achtsamkeit

Als weitere Gegenpole bzw. Schutzfaktoren finden sich


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