Burnout

Diese Website gibt einen Überblick über die Entwicklung von Burnout (Stadienmodelle), wie sich Burnout zweigt (Symptome), welche Vorstellungen es über die Entstehungsbedingungen gibt (Erklärungsmodelle), beleuchtet Burnout bei unterschiedlichen Belastungen und in verschiedenen Berufen, informiert über Möglichkeiten Prävention von Burnout, Wege heraus (Therapie), den Wiedereinstieg nach Burnout, über die Messung von Burnout, die Forschung zu Burnout, über Schlüsselbegriffe rund um Burnout und über die Geschichte des Begriffs Burnout.

Doch zunächst zur Definition von Burnout:

Was ist Burnout?

Es gibt keine einheitliche, allgemein anerkannte Definition von Burnout!

Arbeitshypothesen zur Beschreibung lassen folgende Gemeinsamkeiten feststellen:

  • Bei Berufsbeginn besteht eine hohe Motivation, die verloren geht.
  • Frustration, weil Erwartungen und Ziele nicht erreicht werden. Daraus resultiert Enttäuschung. Im Falle von Burnout wird die Enttäuschung durch Depersonalisierung verarbeitet.
  • Ungünstige Arbeitsumgebung, das heißt zu hohe oder widersprüchliche Anforderungen bei nicht ausreichenden Ressourcen.
  • Ineffektive Bewältigungsstile der Betroffenen, die oft zu zusätzlichen Problemen führen (z.B. Verleugnung, Rückzug, Sucht).
  • Burnout ist ein Prozess, der sich nach einer langen und erfolglosen Auseinandersetzung einer Person mit ihrer Arbeit ergibt.

Weitere Definitionen als Arbeitshypothesen

  • Burnout ist ein dauerhafter, negativer, arbeitsbezogener Seelenzustand „normaler“ Individuen. Er ist in erster Linie von Erschöpfung gekennzeichnet, begleitet von Unruhe und Anspannung (Distress), einem Gefühl verringerter Effektivität, gesunkener Motivation und der Entwicklung dysfunktionaler Einstellungen und Verhaltensweisen bei der Arbeit. Diese psychische Verfassung entwickelt sich nach und nach, kann den betroffenen Menschen aber lange unbemerkt bleiben. Sie resultiert aus einer Fehlanpassung von Intentionen und Berufsrealität. Burnout erhält sich wegen ungünstiger Bewältigungsstrategien, die mit dem Syndrom zusammenhängen, oft selbst aufrecht. (nach Schaufeli & Enzmann 1998)
  • Der Wandel „von anfänglich aufopferungsvollen, engagierten und pflichtbewussten, zu schnell erschöpften, leicht reizbaren, misstrauischen, den KlientInnen gegenüber zu zynischen bis negativen Einstllungen und rigidem Verhalten neigenden MitarbeiterInnen“ (nach Freundenberger 1974 zit. nach Raddaz, Peschers 2007).
  • Burnout ist die Reaktion auf chronische emotionale und zwischenmenschliche Stressoren am Arbeitsplatz. Es beginnt mit emotionaler Erschöpfung, es folgen die Depersonalisierung und reduziertes Wirksamkeitserleben bzw. reduzierte persönliche Leistungsfähigkeit (nach Maslach).

In der im Mai 2019 beschlossenen neuen Klassifikation der Krankheiten der WHO (ICD-11) wird Burnout als Syndrom beschrieben – nach wie vor im Abschnitt über Faktoren, die zur Inanspruchnahme des Gesundheitssystems führen, und NICHT als eigenständige Krankheit:

Burnout ist ein Syndrom, das konzipiert wurde als Folge von chronischem Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich gehandhabt werden konnte. Es ist charakterisiert durch drei Dimensionen: 1) Gefühl von Energiemangel oder Erschöpfung; 2) innere Distanzierung von der Arbeit, negative Gefühle und Zynismus im Zusammenhang mit der Arbeit; und 3) verminderte berufliche Wirksamkeit. Burnout bezieht sich speziell auf Phänomene im beruflichen Kontext und sollte nicht zur Beschreibung von Erfahrungen in anderen Lebensbereichen angewendet werden (Übersetzung durch den Autor der Website)

Im Original ist das folgendermaßen formuliert:

Burn-out is a syndrome conceptualized as resulting from chronic workplace stress that has not been successfully managed. It is characterized by three dimensions: 1) feelings of energy depletion or exhaustion; 2) increased mental distance from one’s job, or feelings of negativism or cynicism related to one’s job; and 3) reduced professional efficacy. Burn-out refers specifically to phenomena in the occupational context and should not be applied to describe experiences in other areas of life.

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