Der Körper in der Burnout-Prävention

Der Körper in der Burnout-Prävention

Der Körper ist nicht nur die Bühne, auf dem sich unser Leben abspielt. Unser Wohlbefinden und Glück hängen auch wesentlich davon ab, wie es uns mit unserem Körper geht.

Der Körper zeigt uns Grenzen auf, indem er Signale sendet oder krank wird. Bei Burnout-Gefährdung ist allerdings niemand da, der sie empfängt.

Körperliche Fitness erhöht die Stress-Resistenz.

Es ist daher sinnvoll, gut für seinen Körper zu sorgen, insbesondere hinsichtlich

  • Bewegung, Training, Sport
  • Schlaf
  • Licht
  • Ernährung
  • „Wärme und Liebe in umfassendem Sinn“, Berührung, Massage, sinnliches Erleben etc.

In der Achtsamkeitspraxis nimmt die Schulung der Wahrnehmung des Körpers eine zentrale Stellung ein. Sie übt jene Instanz, die Signale des Körpers bewusst empfängt: Den inneren Beobachter.

Wege heraus: Die Therapie von Burnout

Therapie von Burnout

Die meisten Behandlungskonzepte von Burnout lassen sich auf die sog. „Vier E“ zurückführen:

E für Erkennen

der eigenen Behandlungsbedürftigkeit, deren Akzeptanz und Umsetzung in Handlung. Hier ist Information vonnöten und Unterstützung dabei, sich dem bisher Vermiedenen zuzuwenden und Hilfe anzunehmen. Dies ist oft der schwierigste Schritt.

E für Entlastung

im Sinne einer zunächst kurzfristigen, dann aber längerfristigen Reduktion oder Ausschaltung von Stressfaktoren. Kurzfristig kann dies
in Form eines Urlaubs, Krankenstandes oder Aufenthaltes in einer entsprechenden Einrichtung erfolgen. Die Entlastung schafft Raum für eine sorgfältige Analyse der Stressoren, der Entwicklung von entsprechenden Handlungsplänen, deren Umsetzung und Kontrolle.

E für Erholung

im Sinne von Entspannung und Ruhe bzw. Bewegung und anderen Aktivitäten zum Wiederaufladen der Energiespeicher. Hierher gehört die Aktivierung und Förderung von Ressourcen aller Art, sei es ein Wiederentdecken kreativer Fähigkeiten oder die Reaktivierung menschlicher Kontakte.

E für Ernüchterung

im Sinne der Wahrnehmung und situationsgerechten Durchsetzung der eigenen Bedürfnisse, der Reduktion der eigenen Erwartungen auf ein realistisches Maß und der Abgrenzung gegenüber überzogenen Forderungen von außen.

Burnout-Behandlungen verlaufen in der Regel in drei Phasen:

  1. Krisenintervention mit Hilfe kurzfristiger Strategien,
  2. Analyse von Ursachen und Ressourcen mit der Entwicklung und Umsetzung von mittelfristigen Strategien,
  3. Arbeit an Stressmustern und Lebenskonzepten mit langfristigen Strategien.

nach: Harrer (2013) Burnout und Achtsamkeit, S. 220-221

In vielen Fällen ist es sinnvoll, sich diesen Fragen mit professioneller Hilfe zu stellen.

Die angemessenen Ansprechpartner unterscheiden sich je nach Phase des Burnout-Syndroms. Dies können sein

  • Vertrauenspersonen in der Arbeit
  • Coaches
  • Organsiationsberater_innen
  • Psychotherapeut_innen
  • Allgemeinärzt_innen
  • Fachärzt_innen für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin
  • eine stationäre Einrichtung (Links).

In fortgeschrittenen Stadien von Burnout kann auch eine Krisenintervention notwendig werden oder ein Krankenstand, der Entlastung und einen Ausstieg aus der belastenden Situation und den Teufelskreisen ermöglicht. Manchmal ist auch ein Aufenthalt an einem geschützten Rückzugsort sinnvoll. Dabei ist aber eine fachkundig-menschliche Begleitung vor Ort notwendig.

Maßnahmen zur Therapie und Vorbeugung

sind auf vier verschiedenen Ebenen möglich:

  1. auf der individuellen Ebene
  2. auf der Ebene des Arbeitsumfeldes … mehr
  3. ev. auf der Ebene von Ausbildung und Fortbildung
  4. ev. auch im  privaten Bereich.

Zur Prävention und Behandlung von Burnout werden unspezifisch nahezu alle in Psychotherapie und Coaching bewährten Methoden und Techniken eingesetzt. Die Burnout-Therapie gibt es nicht. Im Idealfall wird diese im Rahmen eines Gesamtbehandlungsplans individuell maßgeschneidert aus zwölf miteinander abgestimmten Bausteinen zusammengesetzt.

  1. Selbstwahrnehmung und Selbsteinschätzung
  2. Beachtung körperlicher Grundbedürfnisse
  3. Entspannungstraining
  4. Stressmanagement
  5. Training sozialer, kommunikativer und emotionaler Kompetenzen
  6. Abbau unrealistischer Erwartungen, Rollenklärung und Zeitmanagement
  7. Neue Gewichtung der Lebensbereiche und Rollen
  8. Achtsamkeitsbasierte Verfahren wie MBSR. MBCT, ACT, Hakomi, Focusing oder IFT
  9. Supervision, Coaching und Psychotherapie
  10. Förderung von Gesundheit und Schutzfaktoren
  11. Psychopharmakotherapie
  12. Organisationsbezogene Ansätze

nach: Harrer (2013) Burnout und Achtsamkeit, S. 222-235